Inspiration
Wenn ich vorher wüsste, was ich nachher fotografiere. Ich lasse mich inspirieren und verführen von Stimmungen oder einem Schattenspiel an der Wand; an manchen Sonntagen durch die Nachbarschaft treiben. Neugierig-interessiert. Schaue da in einen Garten, dort hinauf zu einem begrünten Balkon ... um dann doch lieber die gestapelten Betonplatten zu fotografieren, die - dem schiefen Turm zu Pisa nicht unähnlich - vor einer Apotheke lagern. Das ist meine Poesie.
Manchmal ist mir die Auswahl meiner Motive zu gefällig. Weiter will ich gehen, nicht ausschließlich ästhetisch im herkömmlichen Sinne fotografieren, sondern auch mal Risiken eingehen, Verwunderung, Nachdenken, gar Unverständnis oder Ablehnung bei den Betrachtenden hervorrufen. Starke Reaktionen, auch wenn sie ablehnend sein sollten, sind besser als Gleichgültigkeit, sagt mein Verstand. Jedoch: Kann ich damit umgehen? Werde ich versuchen, dies herauszufinden?
Minimalistische Farbfotografie: Graue Fotos, Betonfotos, Fotos von feinsandigen Stränden ganz hell, fast weiß, wie auf den äußeren Hebriden oder dunkel, fast schwarz, wie die Lavastrände der Kanaren. Ich lasse mich überraschen, wohin die visuelle Reise noch gehen wird.